News Ticker

Die Vorteile von Glasfaser Internet

Glasfaserkabel gelten als die überlegene Zukunftstechnologie. Das belegen Studien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Schnelle Datenübertragung, geringe Störanfälligkeit, die Überbrückung weiter Strecken: Für Internetnutzer sollen Glasfaserkabel viele Vorteile mit sich bringen. Welche sind dies und wo steht das Glasfaser Internet bereits zur Verfügung?

Lichtwellenleiter versus Kupferkabel

Zu den Anfängen des DSL-Zeitalters wurden Daten mittels elektronischer Signale über Kupferkabel übertragen. Dort bewegen sich Elektronen von einem Ende zum anderen und transportieren auf diese Weise Informationen. Für den Datenverkehr im Internet setzten die Telekommunikationsbetriebe auf die bewährten Kupfer-Telefonleitungen. Über die Kupfer-Doppelader des Telefonanschlusses lassen sich etwa 50 MBit/s an Daten übertragen.

Die Ansprüche an eine schnelle Datenübertragung sind heute allerdings gewachsen. Als Alternative zu den herkömmlichen Kupferkabeln lässt sich der Rechner mittlerweile auch über das TV-Kabel ans Internet anschließen. Die Koaxialkabel, die für den Kabelanschluss verwendet werden, sind im Gegensatz zum Kupferkabel abgeschirmt, ein Datendownload von rund 120MBit/s oder mehr ist so möglich. Der Datenupload läuft allerdings etwas langsamer.

Die dritte Möglichkeit für schnelle Internetverbindungen sind Glasfaserkabel. Technisch gesehen handelt es sich hier um Lichtwellenleiter (LWL), die, wie der Name schon sagt, aus dem Grundstoff Glas bestehen. Statt Elektronen bewegen sich hier Lichtteilchen, Photonen. Über Glasfaserabel lässt sich kein Strom übertragen, auch sind die Kabel empfindlicher gegenüber mechanischer Belastung als Kupferkabel. Für eine schnelle Übertragung von Signalen und damit für einen schnellen Datenverkehr haben Lichtwellenleiter aber einige Vorteile:

  • Lichtimpulse besitzen ein breites Farbspektrum. Für die Datenübertragung über Glasfaserkabel wird das Licht gebündelt, auf diese Weise kann eine sehr hohe Bandbreite erreicht werden. Heute sind bis zu 6 Thz (Terrahertz) möglich. Dadurch lassen sich Internetinhalte nicht nur schneller empfangen, Nutzer können Inhalte auch wesentlich schneller hochladen.
  • Lichtimpulse als Datenüberträger sind zudem weniger störanfällig als elektrische Impulse, es kann nicht zur Überspannung kommen.
  • ISDN-Vermittlungstechnik ist nicht mehr nötig, die Telefonie über Glasfaserkabel erfolgt über Voice over IP (VoIP).
  • Lichtimpulse lassen sich auch ohne Verstärker problemlos über weite Strecken übertragen, bei gleichbleibender Geschwindigkeit.

Möchten Sie die Vorzüge von Glasfaser Internet selbst entdecken, informieren Sie sich zunächst, ob Glasfaserleitungen in Ihrem Wohngebiet vorhanden sind. Denn noch ist Deutschland nicht flächendeckend mit den schnellen Internetverbindungen versorgt.

So funktioniert die Datenübertragung über Glasfaser Internet

Die Datenübertragung über Glasfaserkabel geht von einem Sender aus. Zunächst werden die ausgesendeten Impulse in einen Analog-Digital-Wandler geleitet; dabei handelt es sich noch um elektrische Impulse, die in der Regel noch durch eine Treiberstufe verstärkt werden. Anschließend erfolgt die Umwandlung der elektrischen in optische Impulse, also von Elektronen in Photonen. Leuchtdioden oder Laserdioden erzeugen die optischen Impulse. Über den Lichtwellenleiter gelangen diese schließlich in einen Fototransistor oder einen ähnlichen Umwandler, der die optischen wieder in elektrische Impulse wandelt. Darauf durchlaufen die Signale einen Digital-Analog-Wandler, die analogen Daten werden abermals verstärkt und zum Empfänger geleitet.

Glasfaser-Ausbau in Deutschland

Glasfaserkabel bilden heute schon das Rückgrat für den internationalen Datenverkehr. Unter Land und unter See verlegte Lichtwellenleiter machen den Datenaustausch über das World Wide Web erst möglich. Die sogenannte „letzte Meile“, die Strecke bis zum letztendlichen Nutzer, besteht allerdings meist noch aus Kupfer-Doppeladern oder Koaxialkabeln. Das hat einen ganz einfachen Grund: Der Glasfaser-Ausbau ist teuer. Schätzungen gehen davon aus, dass der flächendeckende Ausbau in Deutschland etwa zwischen 70 und 80 Milliarden Euro kosten wird. Da Glasfaserkabel allerdings als die überlegene Zukunftstechnologie gesehen wird, investieren Kommunikationsunternehmen verstärkt in den Ausbau. In Großstädten sind vielfach bereits Glasfaserkabel verlegt. In kleinstädtischen und ländlichen Gebieten läuft der Ausbau des Netzes derzeit.

Bildnachweis: Leerrohre für Glasfaserkabel © Moehre1992 – wikipedia.de

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*