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So erstellen Sie sichere Passwörter

Über das Internet erledigen viele Menschen ihre Einkäufe, ihre Bankgeschäfte, einen Großteil ihrer Kommunikation. Dabei senden sie hochsensible Daten, die vor unbefugten Blicken geschützt werden sollten. Bei der Auswahl ihrer Passwörter zeigen sich viele Internetnutzer jedoch äußerst unkreativ. Wie sollte ein sicheres Passwort aussehen? Wir geben Tipps.

Hacking © Freeimages.com/ Gustavo Molina

Das weltweit häufigste Passwort lautet 123456

Passwörter sollen sensible Bereiche im Internet schützen. Werden sie geknackt, erhalten Unbefugte Zugriff auf Bankkonten, Online-Bezahldienste bei PayPal, Kundenkonten bei Online-Shops oder zum persönlichen E-Mailkonten. Der Schaden, der dabei entstehen kann, ist groß. Man sollte also meinen, dass Internetnutzer sich sichere Passwörter überlegen, um ihre Accounts bei verschiedenen Online-Diensten zu schützen. Das ist aber keineswegs der Fall, wie eine jährliche Untersuchung der Sicherheitsfirma Keeper Security zeigt.

Keeper Security analysierte 10 Millionen Passwörter, die durch Datenlecks öffentlich wurden. Die Ergebnisse sind für Sicherheitsexperten ernüchternd. Das am häufigsten genutzte Passwort lautet einfach „123456“.

Rund 17 Prozent der Internetnutzer entscheiden sich für diese Ziffernfolge. Das Passwort auf dem zweiten Platz ist kaum sicherer, nur zwei Ziffern länger: „12345678“. Auf Platz 3 steht die Buchstabenfolge „qwerty“ – die ersten Buchstaben auf einer englischen Tastatur. Das allseits beliebte Passwort „password“ steht immerhin noch auf Platz 8.

Einige Nutzer versuchen es Hackern immerhin etwas schwieriger zu machen und entscheiden sich für Passwörter wie „1q2w3e4r“. Wirklich sicher ist aber auch diese Ziffern-Buchstaben-Kombination nicht. Wörterbuch-basierte Passwort-Cracker können diese sequentiellen Ziffern-Buchstaben-Folgen identifizieren. Es kostet sie höchstens ein paar Sekunden, das Passwort zu knacken.

Verwenden Sie für jeden Account ein individuelles Passwort

Ebenso schwer wiegt, dass viele Internetnutzer nur ein Passwort für verschiedene Dienste verwenden. Mit Datenangriffen auf Unternehmen erbeuten Hacker Millionen von Kunden- und Log in-Daten. Wird das hier erbeutete Passwort auch noch für weitere Dienste verwendet, erhalten Hacker mit einem Schlag Zugriff auf zahlreiche Accounts.

Wie können Sie reagieren, wenn Sie den Verdacht haben, dass einer Ihrer Accounts geknackt wurde? Der Digital Guide von 1und1 empfiehlt unter anderem, sofort das fragliche Passwort zu ändern und Ihr gesamtes System auf Schadsoftware zu scannen. Befürchten Sie, dass Ihr E-Mailaccount gehackt wurde, können Sie dies mit einem Sicherheitstest des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überprüfen.

So kreieren Sie sichere Passwörter

Die wichtigste Maßnahme ist jedoch Prävention. Schützen Sie Ihre Accounts durch sichere, einzigartige Passwörter. Einfache Ziffern- und Buchstabenfolgen eignen sich ebenso wenig wie Namen, Geburtstage oder Wohnorte.

Sichere Passwörter sollten folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie sind mindestens acht Zeichen lang, besser noch länger.
  • Sie enthalten Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und nach Möglichkeit Sonderzeichen.
  • Sie bestehen nicht aus identifizierbaren, im Wörterbuch enthaltenen Wörtern.

Eine einfache Möglichkeit, ein schwer zu knackendes Passwort zu bilden, geht wie folgt: Denken Sie sich einen Satz aus, zum Beispiel: „Wenn in Europa Winter ist, beginnt in Australien der Sommer“ (wie sinnvoll dieser Satz ist, spielt dabei keine Rolle). Nehmen Sie jetzt die Anfangsbuchstaben der Wörter und setzen diese zu einem Passwort zusammen: wiewibiads.

Verwenden Sie Groß- und Kleinbuchstaben und ersetzen einige der Buchstaben durch Ziffern sowie Sonderzeichen. Das fertige Passwort sieht dann zum Beispiel so aus: Wi3w!b1Ad$.

Wie können Sie Ihre Passwörter verwalten?

Ein derartiges, individuelles Passwort kreieren Sie für jeden einzelnen Ihrer Accounts.

Nur: Wie können Sie sich so viele verschiedene Passwörter merken? Sie auf einen Zettel oder in eine Word-Datei zu schreiben, ist eine eher schlechte Idee. Browser bieten auch die Möglichkeit, Passwörter zu speichern. Das birgt ebenfalls ein Sicherheitsrisiko.

Eine sichere Lösung zur Passwort-Verwaltung sind Passwort-Safes. Spezielle Software lässt Sie beliebig viele Passwörter eintragen und so bequem verwalten. Ein Masterpassword schützt den Zugang zur Software.

Noch komfortabler sind Passwort-Manager (zum Beispiel KeePass 2, den wir hier vorstellen). Die Programme verwalten nicht nur Passwörter, sie erstellen auf Wunsch auch Zufallspasswörter für jeden Account. Diese Passwörter entsprechen den oben genannten Sicherheitsvorgaben und machen es Hackern extrem schwer, sie zu knacken.

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