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Testbericht Kodak Ektra: Das Kamera-Handy im Test

Kamera oder Smartphone? Auf den ersten Blick ist es gar nicht so leicht zu beantworten, worum es sich beim Kodak Ektra handelt. Hinter dem Retro-Gehäuse verbirgt sich aber tatsächlich ein modernes Smartphone. Das möchte als echter Kameraersatz überzeugen können. Ob das gelingt, haben wir uns im servervoice Test angeschaut.

Kodak Ektra © Kodak

Das Design: Gehäuse mit Retro-Charme

Anfang Dezember 2016 und damit pünktlich zum Weihnachtsgeschäft kam das Kodak Ektra auf den Markt. Bei dem Smartphone handelt es sich um das Ergebnis einer Kooperation zwischen Eastman Kodak und der britischen Bullit Group. Zielgruppe des Kodak Ektras sind passionierte Fotografen, die nicht nur gute Fotos, sondern auch die Haptik einer DLSR-Kamera zu schätzen wissen.

Kodak Ektra Verpackung

© servervoice.de

Ektra hieß die Kamera, die Kodak im Jahre 1941 auf den Markt brachte. An deren Design orientiert sich auch das Kodak Ektra Smartphone mit Android-Betriebssystem. Eine geriffelte, schwarze Rückseite, ein angedeuteter Kameragriff und ein rund vier Millimeter weit hervorstehendes Objektiv wecken Erinnerungen an eine Kompaktkamera. Eine kleine Öse für die mitgelieferten Halteschlaufen gibt es ebenfalls. Lediglich ein Stativgewinde fehlt.

Der Rahmen glänzt edel metallisch, besteht tatsächlich aber aus Plastik. Die Rückseite erinnert an das Leder klassischer Kameras, ist jedoch aus relativ hartem Kunstleder gefertigt. Insgesamt macht das Kamera-Smartphone aber einen hochwertigen Eindruck.

Das Kodak Ektra gibt es im Handel für 499 Euro. Ebenfalls erhältlich ist spezielles Zubehör wie eine Kameratasche im Retro-Look für 69,99 Euro und eine Schutzhülle für 34,99 Euro.

© servervoice.de

Wie gut liegt das Kodak Ektra in der Hand?

Für ein modernes Smartphone ist das Kodak Ektra relativ dick. Über 14 Millimeter misst es an der dicksten Stelle, immer noch fast zehn Millimeter an anderen Stellen. Das spürt man in der Hosentasche deutlich. Trotzdem kommt es mit 150 Gramm überraschend leicht daher.

Das Gehäuse fühlt sich griffig an, der angedeutete Kameragriff gibt beim Fotografieren etwas mehr Halt.

Die Knöpfe liegen recht tief im Gehäuse, der Druckpunkt fühlt sich ein wenig schwammig an. Für die Kamera ist ein echter Auslöser vorhanden, mit zweistufiger Ausführung: Zum Fokussieren kann er halb, zum Auslösen ganz gedrückt werden.

Kodak Ektra Zubehör

© servervoice.de

Die Fotofunktion des Kodak Ektra auf dem Prüfstand

Ein Smartphone, das schon im Design an eine klassische Fotokamera erinnert, muss sich natürlich an der Güte seiner Kamera messen lassen. Immerhin soll die Fotofunktion das Alleinstellungsmerkmal des Kodak Ektra sein.

21 Megapixel-Kamera von Sony

Die Hauptkamera stammt aus dem Hause Sony. Sie bietet eine Auflösung von 21 Megapixel und nimmt Videos mit bis zu 4K auf. Die Linse verfügt über eine feste Blende von f/2.0, die Brennweite beträgt 26,5 Millimeter. Für gute Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen sollen ein zweifarbiger LED-Blitz und eine 6-Achsen Bildstabilisierung sorgen. Eine spezielle Beschichtung der Linse soll zudem die Lichtdurchlässigkeit erhöhen.

Das hervorstehende Objektiv erweckt den Eindruck, das Kodak Ektra würde mit einem optischen Zoom daherkommen. Der fehlt allerdings, Hobbyfotografen müssen mit einem digitalen Zoom auskommen.

Neben der rückwärtigen Kamera bringt die Kodak Ektra noch eine Frontkamera mit einer vergleichsweise hohen Auflösung von 13 Megapixel mit.

Abgeschaut von DLSR-Kameras: Das Wählrad

Das Herz von Retro-Fans wird beim Anblick des Kodak Ektra wahrscheinlich höher schlagen. Es sieht einer alten Kamera nämlich nicht nur sehr ähnlich, es hat sich auch die Benutzerführung bei der DLSR abgeschaut. Auf dem Bildschirm erscheint ein digitales Szenenwählrad, das sogar haptisches Feedback überträgt.

Bei Berührung wandert das Wählrad in die Bildschirmmitte. So lässt es sich bequem bedienen. Für jeden, der schon mal eine Kamera in der Hand hatte, ist die Benutzerführung intuitiv verständlich: Mit dem Szenenwählrad lassen sich die Einstellungen für das gewünschte Foto vornehmen. Für die Foto-Software hat Kodak mit ArcSoft zusammengearbeitet.

Wer auf die Automatik vertraut, belässt die Einstellung auf Smart Auto. Zur Wahl stehen außerdem Manuell, HDR, Landschaft, Portrait, Makro, Sport, Nacht, Bokeh, Panorama und Video. Eben ganz so, wie man es von einem Fotoapperat kennt. Wäre da nicht der Smartphone-Bildschirm, man könnte fast vergessen, dass man keine Kamera in der Hand hält.

Die Bildqualität: Stark bei Tageslicht

Zunächst haben wir die Kamera des Kodak Ektra bei etwas trübem, winterlichem Tageslicht ausprobiert. Selbst an sonnenlosen Tagen liefert die Cam naturgetreue Farben und eine sehr hohe Detailtreue. Auch die Wiedergabe starker Kontraste gelingt ihr bei Tageslicht ohne Probleme.

Im Automatikmodus werden die Bilder schon recht ordentlich. Die HDR-Funktion zeigt jedoch nochmal eine deutliche Verbesserung der Bildqualität, mit naturgetreuem Weißabgleich, helleren Bildelementen und mehr Schärfe.

Hobbyfotografen können mit dem manuellen Modus viel Spaß haben. Hier lassen sich wie von einer Kamera gewohnt alle Einstellungen händisch vornehmen. Nun, fast alle jedenfalls, die Blende ist ja fix.

Auch die Aufnahmen aus Innenräumen können insgesamt überzeugen. Ein leichtes Bildrauschen ist bei Zimmerbeleuchtung zu erkennen, stört aber nicht wirklich. Kodak bewirbt vor allem den Nachtmodus der Kamera. Der macht zwar auch keine rauschfreien Aufnahmen, die draußen im Dunkeln aufgenommenen Bilder lassen sich aber vorzeigen.

Die Frontkamera mit ihrer Auflösung von 13 Megapixel liefert detailgenaue Selfies. Schärfe und Farbdarstellung überzeugen, allerdings neigt die Frontkamera etwas zur Überbelichtung – eine kleine Schwäche, die sie mit vielen anderen Frontkameras teilt.

Das Display

Das Kodak Ektra kommt mit einem 5 Zoll großen Full-HD Display daher. Die Auflösung ist bei der Größe vollkommen ausreichend und zeigt scharfe Bilder. Das Display ist angenehm hell und stellt Farben recht naturgetreu dar. Die Kontraste könnten ein wenig höher sein. Dafür bietet das Display einen guten Blickwinkel. Kleiner Nachteil: Im Sonnenlicht spiegelt es.

Kontraste, Helligkeit, Sättigung, Schärfe und Farbtemperatur können Benutzer nach ihren persönlichen Vorlieben einstellen.

Die Ränder um das Display herum sind relativ breit. Kodak hat die Fläche genutzt und unten separate Android-Schaltflächen platziert.

Betriebssystem und Prozessor

Das Kodak Ektra von allen Seiten

© Kodak

Das Kodak Ektra kommt mit Android 6.0 Marshmallow daher. Auf die neueste Android-Version Nougat müssen Besitzer des Kamera-Smartphones erst einmal verzichten, dafür läuft das Betriebssystem rund. Kodak hat das Betriebssystem um eine Kamera-App ergänzt. Bei Auslieferung sind darüber hinaus vier weitere vorinstallierte Apps mit an Bord. Mit einer Anwendungen kann man sich zum Beispiel Abzüge seiner Fotos nach Hause bestellen. Außerdem gibt es Snapseed zur Bildbearbeitung, Antivirus und Office-Apps. Alle Apps können jederzeit deinstalliert werden.

Für eine gute Performance sorgt der Mediaktek-Prozessor Helio X20 mit zehn Kernen und 2,3 GHz. Dazu gibt es 3 GB Arbeitsspeicher. Der leistungsstarke Chip macht sich bei der Anwendung bemerkbar, das Kodak Ektra reagiert flott und läuft flüssig. Fotos und Videos sind ohnehin kein Problem, auch komplexe Spiele kommen nicht ins Stottern.

32 GB interner Speicher

Das Ektra-Smartphone bringt 32 GB internen Speicher mit. Davon stehen dem Benutzer 23 GB zur Verfügung. Das erscheint erst einmal reichlich, ist mit hochauflösenden Fotos und Ultra-HD-Videos aber schnell belegt.

Allerdings verfügt das Kodak Smartphone über einen Slot für eine microSD-Karte. So lässt sich der Speicher jederzeit erweitern.

Wie schlägt sich das Kodak Ektra beim Telefonieren?

Bei all den Kamera-Funktionen könnte man es fast vergessen, aber auch mit dem Kodak Smartphone kann man natürlich telefonieren. Und das sogar richtig gut: Die Qualität der Gesprächsübertragung überzeugt auf ganzer Linie, der Gesprächspartner am anderen Ende ist klar und deutlich zu verstehen.

Wer nicht nur fotografieren und telefonieren will, kann mit dem Kodak Ektra natürlich auch ins Internet. Das Smartphone ist für LTE Cat-4 ausgestattet und beherrscht den WLAN-ac Standard. Auf Bluetooth und NFC müssen Anwender ebenfalls nicht verzichten.

Wie lange hält der Foto- und Gesprächsspaß an?

Das Kodak Ektra bringt einen fest verbauten Lithium-Ionen-Akku mit. Dieser verfügt über eine Kapazität von 3.000 mAh. Im Test reichte das für die Betriebsdauer von einem Tag. Am Abend sollte man dem Smartphone also auf jeden Fall eine Ladung frische Energie gönnen. Beim Videostreaming hielt das Smartphone rund 5 Stunden und 45 Minuten durch.

Die technischen Daten im Überblick

Zum Schluss noch ein Blick auf die technischen Daten:

  • Abmessungen: 147,8 x 73,35 x 9,69 mm (14mm an der Kamera)
  • 5 Zoll Full-HD-Display (441 ppi)
  • Mediatek Helio X20 2,3 GHz Decacore-Prozessor mit 3 GB RAM
  • 32 GB interner Speicher, erweiterbar durch MicroSD
  • Hauptkamera: 21-Megapixel-Sensor, f/2.0-Blende, optische Bildstabilisierung
  • Frontkamera: 13 Megapixel, F/2.2-Blende
  • Akku: 3.000 mAh
  • LTE Cat-4, WLAN-ac, Bluetooth, NFC
  • USB 3.0, Typ-C
  • Android 6.0 Marshmallow

Fazit:

Das Kodak Ektra Smartphone ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 Euro zu haben. Damit ist es deutlich günstiger als andere explizite Kamera-Smartphones. Vor allem im Design hebt sich das das Kodak Smartphone von der Konkurrenz ab. Die Bildqualität zeigt sich ebenfalls recht ordentlich. Eine Spiegelreflex ersetzt das Kamera-Handy nicht, macht aber vor allem bei Tageslicht ordentliche Aufnahmen. Die Software zur Bildbearbeitung und zum Bestellen von Ausdrucken ist zudem praktischerweise gleich mit an Bord.

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