News Ticker

Cybermobbing: Ein wachsendes Problem

Mobbing gab es wohl schon immer. In der Schule, am Arbeitsplatz, überall, wo viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen, gibt es auch Gruppenbildung und Gruppendynamik. Bedenkliche Formen nimmt dies aber im Internet an. Auf Plattformen, auf denen man sich sicher und anonym fühlt, wird Cybermobbing zum Problem. Das zeigt eine Umfrage des Bündnisses gegen Cybermobbing.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Rund 10.000 Menschen haben an der Studie teilgenommen, Eltern, Lehrer und Schüler. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Etwa ein Drittel aller Schüler werden Opfer von Cybermobbing, etwa 17 Prozent der befragten Jugendlichen gaben zu, bereits einmal Mobbing-Opfer im Internet gewesen zu sein.
  • Nur 20 Prozent der Betroffenen melden die Vorfälle beim Betreiber der Plattform.
  • 19 Prozent räumten ein, selbst schon einmal Mitschüler gemobbt zu haben.
  • Mehr als 90 Prozent der befragten Eltern zeigen sich davon überzeugt, dass die Anonymität im Internet die Hemmschwellen sinken lässt.
  • Nur 17 Prozent der Eltern überprüfen, welche Seiten Jugendliche im Netz besuchen und für welche Aktivitäten sie ihr Smartphone benutzen.

Bisher wenig Handhabe gegen Cybermobbing

Tatsächlich fehlen im Netz Kontroll- und Schutzmechanismen. Die Täter können sich weitgehend anonym bewegen, sie aufzuspüren, fällt auch den Betreibern der Plattformen schwer. Kinder und Jugendliche bewegen sich meist schon seit Jahren im Netz, wachsen mit sozialen Netzwerken auf und sind in der technischen Kompetenz ihren Eltern oft mehrere Schritte voraus. An Medienkompetenz, also an der Kompetenz, mit den Plattformen umzugehen, fehlt es allerdings häufig. Genauso fehlen zentrale Anlaufstellen für Mobbing-Opfer, entweder an Schulen oder im Internet selbst.

Das Bündnis gegen Cybermobbing spricht sich dafür aus, dass vor allem Eltern und Lehrer sich stärker mit den sozialen Netzwerken vertraut machen und Schüler im Umgang mit den digitalen Medien besser anleiten. An entsprechenden Lehrerfortbildungen mangelt es allerdings bisher.