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Raubkopierer werden immer professioneller

Mehr als zwei Millionen Links zu urheberrechtlich geschützten Spielfilmen sowie illegale Downloads soll es derzeit im Netz geben. Das geht aus einem aktuellen Bericht der GVU – Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen hervor. Die illegalen Content-Verwerter gehen dabei immer professioneller vor und setzen auf komplizierte, internationale Firmengeflechte.

Angebot an Links und Downloads steigt immens

Längst ist es nicht mehr der Filmfan, der seinen Lieblingsfilm im Netz für andere zugänglich macht, der die Filmwirtschaft schreckt. Große Verluste fahren Filmindustrie und Unterhaltssoftware durch professionelle Verwertungsplattformen ein, die zahlreiche urheberrechtlich geschützte Inhalte zugänglich machen – kostenfrei, aber zumindest nach deutschen Urheberrecht widerrechtlich. Von einigen Filmfans wird das Angebot als kostenlose Alternative zum Kino gerne angenommen. Für die Filmwirtschaft dagegen sind derartige Streaming- und Downloadportale sowie BitTorent-Angebote der natürliche Feind. Laut dem Bericht der GVU gibt es derzeit rund 70 illegale Verbreitungsportale, deren Angebot an Links im Vergleich zum Vorjahr um 31, das Angebot an direkten Downloads um ganze 44 Prozent gestiegen ist. 51 illegale Content-Plattformen wurden 2012 abgeschaltet. Das ist allerdings nur Schadensbegrenzung angesichts der neu hinzugekommenen Links und Downloads.

Portalbetreiber verschleiern gekonnt ihre Identität

Den Betreibern der Portalen auf die Spur zu kommen, stellt sich als größte Herausforderung für die Rechteverwerter und Ermittler dar. Die Server sind meist über mehrere Staaten verteilt, befinden sich zum Teil in Staaten, die keine rechtliche Zugriffsmöglichkeit gewähren, die Firmen sind im Ausland angemeldet, für das Hochladen der Filme wird Anonymisierungssoftware genutzt. Ihre Identität wissen die Betreiber meistens gut zu verschleiern – wenn sie es denn wollen. Damit sind die Portalbetreiber den Rechteinhabern immer einen Schritt voraus. Finanziert werden die Content-Portale zum großen Teil über Werbeanzeigen von Glückspiel-Webseiten, Erotikportalen und anderen mehr oder weniger dubiosen Diensten.