Das Auto unter einem Baum zu parken, wirkt auf den ersten Blick oft praktisch. Denn insbesondere im Sommer wird der Parkplatz so zu einem schattigen Plätzchen. Doch genau dort lauern Risiken, die von vielen Autofahrern unterschätzt werden. Baumharz, Honigtau, aber auch herabfallende Früchte können den Lack nachhaltig beschädigen.
Warum ist Baumharz so gefährlich für den Autolack?
Harz von Bäumen zählt zu den hartnäckigsten Verschmutzungen für Fahrzeuge. Es tropft zunächst in flüssiger Form auf den Lack, ist klebrig und zieht weitere Schmutzpartikel an. Das eigentliche Problem entsteht jedoch dann, wenn das Harz aushärtet. Die Substanz wird fest und verbindet sich regelrecht mit der Oberfläche des Autolacks. Je länger das Baumharz auf dem Lack bleibt, desto stärker wird dieser angegriffen. Die Folgen sind nicht nur optischer Natur. Es kann zu Verfärbungen kommen und die schützende Klarlackschicht wird angegriffen. Dadurch wird der Lack anfälliger für weitere Umwelteinflüsse wie beispielsweise UV-Strahlung oder Feuchtigkeit. Wird das Harz zu spät entfernt, lässt es sich oft nur noch mit speziellen Reinigern oder sogar durch Polieren beseitigen. Im schlimmsten Fall können sogar dauerhafte Schäden zurückbleiben.
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Welche Umwelteinflüsse richten noch Schäden an?
Neben Harz gibt es weitere Gefahren aus der Natur. Auch Honigtau, eine zuckerhaltige Substanz, die von Blattläusen ausgeschieden wird, legt sich wie ein klebriger Film auf das Fahrzeug. Dieser zieht Schmutz an und kann ebenfalls den Autolack angreifen. Noch aggressiver ist Vogelkot, der den Lack durch seine säurehaltige Zusammensetzung regelrecht einbrennen kann. Insbesondere bei starker Sonneneinstrahlung, kann das Schäden anrichten. Ebenso stellen von Bäumen herabfallende Früchte oder Samen ein Risiko dar. Sie können auf dem Fahrzeug Flecken verursachen und beim Aufprall sogar kleine Dellen oder Kratzer hinterlassen. All die Einflüsse bleiben häufig unbemerkt, wodurch sie zu einem Problem werden. So musste sich beispielsweise auch schon das Landgericht Coburg mit Fahrzeugschäden durch Baumharz beschäftigen. Das Gericht stufte das Harz jedoch als eine Gefahr ein, die nicht durch menschliches Handeln oder Unterlassen entsteht. Entsprechende Gegebenheiten aus der Natur seien laut Gericht unvermeidbar, weshalb das Gericht den von der Klägerin geforderten Schadenersatz ablehnte.
Wie kann man vorbeugen und was im Ernstfall tun?
Der beste Schutz vor dauerhaften Schäden durch Baumharz ist die richtige Vorbeugung. Wer die Möglichkeit hat, sollte das Fahrzeug nicht direkt unter Bäumen parken, besonders nicht unter Nadelbäumen, da diese besonders viel Baumharz haben. Alternativ kann auch zu Abdeckplanen für das Auto gegriffen werden. Überdies ist es empfehlenswert, das Fahrzeug regelmäßig auf entsprechende Verschmutzungen durch die verschiedenen Umwelteinflüsse zu kontrollieren. Wird eine Verschmutzung entdeckt, ist schnelles Handeln oftmals entscheidend. Denn frisches, noch flüssiges Harz lässt sich meist mit warmem Wasser und einem weichen Schwamm entfernen. Anschließend empfiehlt sich eine gründliche Wäsche in der Waschanlage, idealerweise mit Vorwäsche. So können die Rückstände vollständig beseitigt werden. Ist das Baumharz bereits angetrocknet, helfen spezielle Baumharzentferner oder vorsichtiges Arbeiten mit Seifenwasser. Dabei sollte unbedingt darauf geachtet werden, nicht zu reiben, denn dadurch können zusätzliche Kratzer entstehen. Nach der Reinigung sollte der Lack mit einer Politur gepflegt und durch Wachs oder Versiegelung geschützt werden.
Warum sind solche Schäden bei Neuwagen besonders ärgerlich?
Gerade bei neuen Autos sind Lackschäden besonders ärgerlich. Der Lack ist noch makellos und selbst kleine Defekte fallen dadurch sofort ins Auge. Das gilt auch für reimportierte Neuwagen, die oft als EU-Auto bezeichnet werden. Diese sind preislich attraktiv, unterscheiden sich jedoch teilweise in Ausstattung oder Lackschutz von inländischen Modellen. Ein beschädigter Lack kann hier nicht nur optisch stören, sondern auch den Wiederverkaufswert mindern. Zudem ist es sehr ärgerlich, wenn ein nahezu neues Auto bereits sichtbare Gebrauchsspuren zeigt. Daher lohnt es sich insbesondere bei Neuwagen und EU-Autos, besonders aufmerksam zu sein und frühzeitig Maßnahmen zum Schutz zu ergreifen.