Mal ehrlich: Es wird schneller laut, als man denkt. Schon ab etwa 85 Dezibel sprechen Fachleute von Lärm – ein Wert, der im Alltag z. B. im Großraumbüro, in der Werkhalle oder auch bei starkem Straßenverkehr erreicht wird. Richtig unangenehm wird’s ab rund 120 Dezibel – da kann Schall sogar körperlich wehtun. Mitverantwortlich ist übrigens ein Botenstoff namens Glutamat.
Was passiert eigentlich beim Hören?
Wenn Geräusche auf unser Ohr treffen, geraten winzige Sinneshärchen in der Hörschnecke – die sogenannten Flimmerhärchen – in Bewegung. Diese Schwingungen werden in elektrische Signale übersetzt und über den Hörnerv ans Gehirn weitergeleitet. Erst dort entsteht das, was wir bewusst als Ton wahrnehmen.
Wo wird’s kritisch?
Problematisch wird es, wenn unsere Ohren dauerhaft oder extremem Lärm ausgesetzt sind. Dann werden die Flimmerhärchen überlastet und schütten große Mengen Glutamat aus. In normalen Mengen ist das völlig okay – in zu hoher Dosis wirkt es aber wie ein Gift auf den Hörnerv. Die Folge: Nervenzellen können geschädigt oder sogar zerstört werden – und das leider dauerhaft.
Nicht nur Party, auch Job kann laut sein
Viele denken beim Thema Gehörschäden zuerst an Konzerte oder Clubs (ca. 110 dB). Aber auch im Berufsalltag lauern Risiken: Baustellen, Industriehallen, Landwirtschaft, Gastronomie oder sogar lange Telefonzeiten im Callcenter können das Gehör belasten. Dauerlärm ist oft tückischer als kurzer, extrem lauter Schall, weil man ihn leichter unterschätzt.
Warnzeichen ernst nehmen
Dieses typische Ohrrauschen nach einer lauten Nacht? Das ist kein „normaler“ Nebeneffekt, sondern ein echtes Warnsignal. In solchen Momenten sterben bereits Nervenzellen ab – und die kommen nicht zurück.
Was kannst du tun? (auch im Job wichtig)
- Trag bei Lärm konsequent Gehörschutz – egal ob auf der Baustelle, im Club oder beim Heimwerken
- Nutze im Berufsalltag die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen (z. B. Kapselgehörschutz oder angepasste Ohrstöpsel)
- Mach regelmäßig Hörpausen – dein Gehör braucht Erholung
- Halte Abstand zu Lärmquellen, wann immer möglich
- Lass dein Gehör checken, besonders wenn du viel Lärm ausgesetzt bist
Und ganz entspannt zum Schluss:
Genieß deine Musik, deinen Job und deinen Alltag – aber mit ein bisschen Bewusstsein für deine Ohren. Denn gutes Hören ist keine Selbstverständlichkeit. Und falls irgendwann doch Unterstützung nötig sein sollte: Moderne Hörgeräte sind heute so unauffällig und leistungsfähig, dass sie im Alltag kaum auffallen – aber einen riesigen Unterschied machen können.