Infrarot (IR) bezeichnet elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge, die für das menschliche Auge unsichtbar ist, aber als Wärme wahrgenommen werden kann. Seit Jahrzehnten dient diese Technik zur Datenübertragung, zur Steuerung elektronischer Geräte oder auch im Wellnessbereich, etwa in der Infrarotkabine. Bei der Übertragungstechnik nutzt man gerichtetes infrarotes Licht, um Informationen kontaktlos von Gerät zu Gerät zu senden.
Während Infrarot früher eine zentrale Schnittstelle im Handy oder Smartphone war, hat sie heute nur noch in speziellen Anwendungen Bedeutung. Moderne Übertragungsstandards wie WLAN, Bluetooth, UWB oder NFC haben IR-Verbindungen weitgehend abgelöst.
Infrarot-Übertragung: Funktionsweise und typische Einsatzgebiete
Historisch gehörte die Infrarot-Schnittstelle zu den ersten Möglichkeiten, Daten von Handy zu Handy zu übertragen – etwa Bilder oder Klingeltöne. Die Technik arbeitet punktgenau: Zwei Geräte müssen sich nahezu direkt gegenüberstehen und dürfen nur wenige Zentimeter bis maximal einen Meter voneinander entfernt sein.
Auch heute existieren bestimmte Einsatzbereiche, in denen Infrarot relevant bleibt:
- Fernbedienungen für TV, Receiver oder Stereoanlagen – viele Smartphones besitzen dafür keinen eigenen IR-Port mehr, doch einige Modelle der Mittel- und Oberklasse integrieren weiterhin einen IR-Blaster, um Geräte zu steuern.
- Sensorik und Automatisierung wie Bewegungsmelder, Türsysteme, Pulsmessung oder Objektverfolgung.
- Sichere Punkt-zu-Punkt-Verbindung, da die Geräte sehr nah beieinander sein müssen.
- Keine Funkstrahlung im klassischen Sinne, störungsarm und robust im Nahbereich.
- Nur Sichtkontakt funktioniert – verdeckte Geräte blockieren die Übertragung.
- Sehr geringe Reichweite und deutlich geringere Geschwindigkeit im Vergleich zu modernen Standards.
Einige wenige Laptops, Industriegeräte und Medizingeräte setzen IR weiterhin ein, doch im Konsumentenbereich ist es bei Smartphones die Ausnahme.
Vor- und Nachteile der Infrarot-Datenübertragung
Auch wenn die Übertragungstechnik heute kaum noch im Alltag der Smartphone-Nutzer auftaucht, bietet sie spannende Eigenschaften:
Vorteile:
Nachteile:
Sicherheit und Risiken
Wie bei anderen Schnittstellen kann auch Infrarot theoretisch ausgespäht werden. Das Risiko ist jedoch aufgrund der kurzen Distanz minimal. Ein Angreifer müsste sich direkt neben die Geräte stellen, was unauffälliges Hacking praktisch ausschließt. Trotzdem lässt sich die IR-Funktion in Smartphones oder anderen Geräten – falls vorhanden – problemlos deaktivieren.
Fazit: Kommt Infrarot heute noch zum Einsatz?
Infrarot ist auch heute eine bewährte Technologie, jedoch nicht mehr die erste Wahl für die Datenübertragung zwischen Smartphones. Die meisten modernen Handys verzichten auf eine IR-Schnittstelle zugunsten schnellerer, flexiblerer Lösungen. Als Steuersignal, in Sensoren oder in Anwendungen wie der Infrarotkabine bleibt die Technik jedoch weiterhin wertvoll.