Laut wird’s für unser Gehör schneller, als man denkt: Ab etwa 85 Dezibel spricht man bereits von Lärm, und ab ungefähr 120 Dezibel wird ein Ton richtig schmerzhaft. Schuld daran ist ein Botenstoff namens Glutamat.
So funktioniert Hören: Trifft ein Geräusch auf unser Ohr, bringt es die winzigen Sinneshärchen in der Hörschnecke – die sogenannten Flimmerhärchen – zum Schwingen. Diese Bewegung wird in ein elektrisches Signal umgewandelt und über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet. Erst dort entsteht das, was wir als „Ton“ wahrnehmen.
Problematisch wird es bei zu viel Lärm. Dann werden die Flimmerhärchen überreizt und schütten große Mengen Glutamat aus. Was eigentlich ein notwendiger Botenstoff ist, wirkt in dieser Überdosis wie ein Gift auf den Hörnerv – Nervenzellen können dadurch dauerhaft geschädigt oder sogar zerstört werden.
Was viele nicht wissen: Schon das bekannte Ohrrauschen nach einer lauten Disco- oder Konzertnacht (rund 110 dB) ist ein Warnsignal. In solchen Momenten sterben tatsächlich tausende Nervenzellen ab – und die wachsen leider nicht nach.
Tipp von Akustik-Experten: Bei lauten Partys, Festivals oder Konzerten ruhig mal zu Ohrstöpseln greifen. Moderne Gehörschützer dämpfen den Lärm, ohne den Musikgenuss zu ruinieren.
Mein persönlicher Tipp: Genießt eure Musik – so, wie sie euch gefällt. Aber gönnt euren Ohren zwischendurch Pausen. Und falls es irgendwann doch mal ein Hörgerät sein sollte: Die Technik ist heute so weit, dass man sie kaum noch bemerkt – weder klanglich noch optisch. 😉